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Das Konzept | Drucken |

CAP Märkte als Lebensmittelpunkte

Im Bundesgebiet gibt es zur Zeit 65 CAP Märkte. Entstanden ist das Konzept vor vielen Jahren als eine Idee der "Genossenschaft der Werkstätten" (GDW) in Sindelfingen. Aus dem ersten CAP Markt wurde ein Konzept von sozialem Franchaise: Die GDW unterstützt und berät. Gemeinsame (Werbe-)Aktionen und zentraler Einkauf beim Kooperationspartner EDEKA fördern die Wirtschaftlichkeit der Märkte.
Die Märkte verbindet eine gemeinsame Philosophie:


CAP-Märkte dienen der Entwicklung des Gemeinwesens füllen vielerorts eine Lücke, denn mit dem Umzug vieler Lebensmittelmärkte "auf die grüne Wiese" entsteht an vielen Orten ein Mangel an innerörtlicher Versorgung mit Lebensmitteln.


Menschen, die durch Behinderungen benachteiligt sind, erhalten geeignete und gesicherte Arbeitsplätze als Lebensmittelpunkt.


Die CAP-Märkte verbessern ihr Angebot ständig und passen es den Wünschen und Erwartungen der Kundschaft soweit wie möglich an. Die Basis hierfür ist der persönliche Dialog mit den Kunden.

 

Sozial-Supermärkte erobern neue Nischen

Im CAP-Markt Wachtberg-Niederbachem arbeiten 19 Mitarbeiter/innen. Ein paar von ihnen - der Marktleiter, seine Stellvertreterin, drei Fleischereifachverkäuferinnen, eine Bäckereifachverkäuferin und zwei Kassierer/in sind ausgebildete Fachleute, die anderen gelten sind Menschen mit HandiCAPs. Es gibt Tage, an denen sie nicht so gut drauf sind. "Dann kann jede/r jederzeit sagen: 'Du, ich kann heute nicht an der Kasse arbeiten." Im CAP-Markt ist das kein Problem


64 Märkte dieser Art, die für behinderte Menschen ein Stück normale Arbeitswelt versprechen, gibt es bisher bundesweit. Die meisten stehen im Südwesten in Orten wie Bietigheim-Bissingen, Calw oder Weinstadt-Beutelsbach. "Derzeit aber macht alle paar Wochen eine neue Filiale mit dem gelb-grün-roten Logo auf. ", sagt Thomas Heckmann von der Genossenschaft der Werkstätten für Behinderte (GDW), der das Projekt CAP koordiniert.


Heckmann ist ein alter Einzelhandelsprofi - er hat zwölf Jahre bei Spar, zwölf bei Edeka und drei bei Lekkerland gearbeitet, bevor er 2001 bei dem Behinderten-Projekt anheuerte. "CAP funktioniert nach dem Franchise-System", erklärt er. Von der GDW-Zentrale in Sindelfingen aus steuert Heckmann den Einkauf, berät bei der Standortwahl oder organisiert Fortbildungskurse für die behinderten CAP-Mitarbeiter. Die Filialen vor Ort werden von wechselnden lokalen Trägern betrieben: Mal ist es die AWO, mal die Caritas, dann wieder eine eigens gegründete Integrationsfirma oder eine Behindertenwerkstatt.

 

Schon 1999 ging in Sindelfingen der erste Supermarkt in Betrieb, der als Integrationsfirma überwiegend Menschen mit Behinderung beschäftigt. Seitdem sind die CAP-Märkte (CAP von Handicap) ein Erfolgsmodell geworden.

CAP ist anders als herkömmliche Supermärkte und wirbt offensiv damit, behinderten Menschen Arbeit zu geben. Die Philosophie ist aber auch, in Regionen, die mit angemessenen Einkaufsmöglichkeiten unterversorgt sind, einen "Lebensmittelpunkt" im besten Wortsinn zu schaffen. Auf 620 Quadratmetern finden Kunden jetzt ein Vollsortiment von fast 8.000 Artikeln, eine Fleischerei und einen Backshop, der allerdings von einem Partnerunternehmen betrieben wird.


Intensive Marktanalysen sind der Entscheidung zur Übernahme des Geschäfts vorangegangen sind. Das Sortiment wird zum größten Teil von Edeka geliefert. Der Handelskonzern unterstützt das Projekt schon im Vorfeld intensiv. Außerdem können wir auf das Know-how der "Genossenschaften der Werkstätten für Behinderte eG" (GDW) zurückgreifen, die das CAP-Konzept entwickelt haben und nun als Franchisegeber mit uns zusammenarbeiten.
Die Preise sind mit denen anderer Vollsortimentsläden vergleichbar.


Eindrucksvolles Konzept

Unser Grundgedanke ist die Verbesserung der Arbeitsplatzsituation und die Erweiterung der Möglichkeiten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Durch die Eröffnung von zentrumsnahen Lebensmittelmärkten unter dem Namen CAP... der Lebensmittelpunkt erschließen wir eine neue Chance geeignete Arbeitsplätze für diese Menschen außerhalb der Werkstatt zu schaffen und diese auch langfristig zu sichern. Menschen mit Behinderung, also Menschen mit


Handicap, sind das Herzstück dieser Lebensmittelmärkte, daher auch unsere Namensgebung.
Und: für behinderte Menschen stellt CAP tatsächlich ein Lebensmittelpunkt dar. Aber nicht nur für sie, sondern auch für die Kunden und deren Familien sollen die CAP- Märkte durch ihre sehr persönliche Betreuung und das „immer offene Ohr" ein Lebensmittelpunkt werden. Durch die umfangreiche Sortimentsauswahl, abgestimmt auf Standort und Kundenstruktur, durch die Qualität der Produkte und die Dienstleistungen im Rahmen des Marktes wird der Kunde überzeugt, nicht zuletzt weil er sich durch Anregungen und Wünsche, soweit möglich, in die Angebotsoptimierung selbst einbringen kann.


Der Bedarf ist groß! Denn durch das Abwandern der Lebensmittelmärkte in die Randbereiche entstanden - und entstehen noch - Versorgungslücken für diejenigen Bewohner, die auf ein zu Fuß erreichbares Angebot zur Deckung ihres täglichen Bedarfs angewiesen sind. Die Eröffnung von Vollsortimentsgeschäften im Ortskern schafft Abhilfe durch ihre bequeme Erreichbarkeit und eröffnet zudem die Möglichkeit Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen, die nach entsprechenden Schulungen die dort auszuführenden Tätigkeiten problemlos erfüllen können. Die CAP-Märkte fördern zudem die Entwicklung des Gemeinwesens durch ihre innerörtliche, wohnortnahe Versorgung, die insbesondere auch im Interesse der Kommunen liegt. CAP ist ein gelungener Beitrag zur Zusammenarbeit von behinderten und nichtbehinderten Menschen und zur Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft.